Christof HINTZE

Intuition. Inspiration. Imagination.

Generalist. Dieses Wort beschreibt mich sehr gut. Aber ohne General sein zu wollen. Die vielen und unterschiedlichen Puzzleteile, aus denen ich mich über die Jahre zusammengesetzt habe, sind sehr vielseitig und vielschichtig. Das Bild, was sich daraus zusammengesetzt hat, ist das eines strategischen Kreativen und eines kreativen Strategen. Geformt durch die Menschen, die mich auf dem Weg begleitet haben.
Mein wohl größtes Glück: dass ich nie in meinem Leben gearbeitet habe. Arbeit im Sinne dessen, was das allgemeine Bild von Arbeit ist. Ich durfte mitdenken, mitmachen, mithalten und mitgestalten. Dieses konstruktive, lebendige und positive Miteinander ist ein großer Spaß. Das Wachsenlassen. Das Entwickeln, Entstehen und Erzielen.

Am wertvollsten sind mir immer die Menschen gewesen. Zu beobachten, wie diese erfüllt und versunken an ihren Projekten arbeiten. Gesehen und gehört werden. Diese Gesichter voller Energie. Diese Glückseligkeit, wenn der Einzelne oder die Gruppe es geschafft hat.

Wenn ich ehrlich bin, sind die Unternehmen und die Produkte bei weitem nicht so in meiner Erinnerung wie die tollen Menschen. Diese kostbaren Verbindungen bleiben. Diese gegenseitige Dankbarkeit. Alles, was entstanden ist, wäre ohne die Vielen nicht möglich gewesen.

Menschen Vertrauen zu schenken, hat mich über alle Maße belohnt. Diese kostbaren Persönlichkeiten in Unternehmen aufzuspüren. Ihnen die Möglichkeiten zu geben. Zuzuhören, hinzusehen – denen, die es am besten wissen und können – hat mich so viel gelehrt, und das tut es immer noch.
Rückblickend und ausblickend ist es eigentlich ganz einfach: Mit den richtigen Menschen schneller und besser das Richtige zu tun. Was das ist? Wo das ist? Die gute Nachricht: Es ist in der Regel schon da. Aber für bestimmte Augen unsichtbar.

Christof HINTZE2026-04-09T18:58:35+02:00

Thinking

Christof Hintze Thinking Partner über das Lebensalter der Marke man ist so Alt wie man gesehen wird

Marken altern. Was sie aber eigentlich nicht sollen. Ein Aspekt von sehr gutem Marketing ist es, die Marke immer im idealen Lebensalter der Kernzielgruppe zu halten. Aber oft altern Marken mit ihren Verantwortlichen. Was man eigentlich als unverantwortlich beschreiben muss.

Denkt man an Grundig, Saba, Nordmende und Telefunken, begibt man sich auf den Friedhof. Denkt man an Panasonic, Toshiba, Pioneer, Sony, Loewe, dann ist man auf einer Ü50-Party. Es scheint so, als ob jede Generation ihre Marken hat. Wie ihre Musik und ihre Moden. Die kommen und gehen.

Nicht ganz. Ein paar Beispiele zeigen, dass intelligentes Marketing den Alterungsprozess außer Kraft setzen kann. Wie z. B. Ikea. In Wirklichkeit müsste die Marke sich auf dem Friedhof dazulegen. Aber irgendwie wird sie gefühlt nicht älter als Anfang 30.

Und das seit über 70 Jahren. Der Vorteil eines solchen Marketings liegt auf der Hand. Die Zahlen sind da relativ überzeugend. Vergleicht man diesen mit dem Friedhof.

Und wie macht man das? Indem man alle Aspekte der Kommunikation nach innen und außen immer daraufhin anpasst, optimiert und verändert, ob diese noch zeitgemäß sind. Und diese in einem fließenden, ständigen Prozess anpasst. Denn das schlagartige Verjüngen funktioniert in der Regel nicht. Wenn gefühlt 60-jährige Marken plötzlich aussehen wie 30, ist das eher abstoßend und irritierend.

Auch hier gilt: Kontinuität und Konsequenz und Kreativität. Denn dieses Im-Lebensmittelpunkt-der-Kernzielgruppe-Bleiben ist weit mehr als Farben, Logo und Typografie. Da geht es auch um Werte, Haltung und Mentalität. Auch hier gilt: Der Ton macht die Musik.

Innovation bedeutet erneuern, nicht erfinden. Somit unterliegen die Gesetzmäßigkeiten der Erneuerung Zyklen. Denn Innovationen verlaufen in Zyklen. Mit jedem Zyklus gibt es neue Player. Und alte verschwinden. Das war so, das ist so, das bleibt so.

Interessant ist zu beobachten, dass jede Generation felsenfest davon überzeugt ist, dass sie die Spitze der Evolution erreicht hat. Was soll da noch kommen? Es ist alles erfunden. Und dann – Jahre später – kann sich an diesen peinlichen, dummen Gedanken keiner mehr erinnern. Alle haben es natürlich kommen sehen. Ganz ehrlich – ich nicht.

Aber ich habe jeden dieser Zyklen mit offenen Armen begrüßt. Jedem meine ungeteilte Aufmerksamkeit gewidmet. 

Habe diese nicht als Bedrohung verstanden, sondern als Wandel, Veränderung und Erneuerung. Als natürlichen Prozess. In vielen Unternehmen gibt es eine Innovationsskepsis. Die allgemeine Haltung ist sehr kritisch. Braucht man das? Setzt sich das durch? Innovationen werden als Angriff auf den eigenen Status quo verstanden. Man macht sich lustig. Zieht die Newcomer ins Lächerliche. Bis es denen eine Zeit später ähnlich ergeht.

Auch hier geht es wie immer um die drei einzigen Möglichkeiten, sich zu entscheiden: lassen, verändern, akzeptieren. Und wer glaubt, es jetzt verstanden zu haben, den muss ich enttäuschen. Hinter diesen drei Wörtern steckt eine gänzlich andere Bedeutung, als man im Allgemeinen annehmen könnte. Sie wissen ja, wo man mich findet.

Branding Wer die emotionale Seite besetzt beherrscht den Markt gutes Marketing und gute Kommunikation

Ganz ehrlich, der Converse Chuck ist wohl der schlechteste Schuh, der je gemacht wurde. Zum einen stinken die Füße darin brutal wie Otter-Mist. Und das Fußbett ist der Alptraum für jeden Orthopäden. Dann ist die Lebensdauer nicht länger als ein Sommer. Sie sind irgendwie immer dreckig.

In Zeiten, in denen sich Schuhe an den Fuß anschmiegen, atmungsaktiv sind, wasserabweisend, ein Fußbett haben, das sich anfühlt, als laufe man auf Wolken, abwaschbar und unkaputtbar sind – wie kann so ein Ding noch immer zu den meistverkauften Sneakern gehören?

Am wertvollsten sind mir immer die Menschen gewesen. Zu beobachten, wie diese erfüllt und versunken an ihren Projekten arbeiten. Gesehen und gehört werden. Diese Gesichter voller Energie. Diese Glückseligkeit, wenn der Einzelne oder die Gruppe es geschafft hat.

Da erfinden sich jede Saison Spezialisten neu. Fluten die Märkte mit Schuhen, die eine Revolution nach der anderen begründen. Und trotzdem hält sich dieser Schlappen hartnäckig. Wie kann das sein? Wenn nur Innovationen das Rennen machen? Wenn man immer am Puls der Zeit sein muss? Wenn man Vorreiter für jeden Trend sein muss? Nach allen Gesetzmäßigkeiten dessen, was jedes Jahr die Regale flutet, kann das nicht sein. Aber es ist. Sie werden gekauft, geliebt, geputzt, gelüftet und getragen. Was haben die, was alle anderen nicht haben? Und was offensichtlich nichts mit dem Produkt selbst zu tun hat? Was könnte das sein? Was? Ich weiß es.

Aviator Ray Ban Piloten Brille die kleine Markt Nische als große Markt Chance entdecken

Wie oft habe ich in Meetings gesessen, in denen fälschlicherweise angenommen wurde, dass man in einem sehr großen Markt mit einem eigenen Produkt – durch den Gewinn von nur ganz wenig Marktanteilen – unglaublich erfolgreich sein könnte. Der Irrglaube, dass allein die Gegenwart genügen würde. Und dann gehen endlos viele Ressourcen verloren für ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt ist. Die Versuchung ist einfach zu groß. Ich denke, das ist wie Lotto spielen.

Und auf der anderen Seite gibt es Unmengen von unglaublich erfolgreichen Produkten, die nur für eine sehr kleine Zielgruppe gedacht waren – die man heute als absolute Benchmark bezeichnet. Viele Massenprodukte zielen eigentlich auf eine sehr kleine Zielgruppe ab, erreichen dann aber ein unglaublich großes Publikum. Wie kommt das?

Das hat etwas mit dem Primärbedürfnis zu tun. Und den emotionalen Werten, die man mit dem Produkt verbindet. Es sind nie die rationalen Aspekte, die das Produkt dahin gebracht haben, sondern das, was es emotional bei Menschen auslöst. Diese Aspekte finden selbst nie oder nur selten Einzug in die Überlegungen zu neuen Produkten.

In den wenigen Fällen, in denen ich meinen Einfluss geltend machen durfte, haben diese Produkte absolut überdurchschnittlich abgeliefert. Komisch, dass man nie mehr davon verlangt hat? Aber auf der anderen Seite auch verständlich. Unternehmerisch ist das Risiko, erfolgreich zu sein, viel größer als das, weiteren Misserfolg zu produzieren. Dann doch lieber Lotterie.

Sollten Sie einmal Erfolg riskieren wollen – ich stehe zur Verfügung.

Thinking2026-05-07T12:13:17+02:00

Branding

Brand Management Thinking Partner Branding Christof Hintze über unsterblichkeit und zeitlos sein

Ganz selten passiert es. Dass etwas so vollendet ist, dass es zeitlos ist. Dass etwas über all die Jahre noch immer den Status quo darstellt. Die ganze Welt drum herum verändert sich, aber diese wenigen Dinge bleiben. Gerade im Bereich Design.

Es gibt eben Dinge, die kann man nicht schöner machen. Diese erfüllen für die ästhetische Wahrnehmung alle Wünsche. An diesen orientieren sich ganze Generationen von Designern. Sie werden kopiert und zitiert. Designklassiker.

Wie kann das sein, dass etwas immer schön in den Augen der Betrachter ist? Sicherlich nicht für alle Menschen. Aber für die Menschen, denen Design als Kunstform wichtig ist. Als Ausdruck von Lebensstil.

Es sind letztendlich mehr als Möbel. Es sind Statements. Sie haben die eigentliche Funktion des Möbels oder des Designs überschritten. Es ist mehr eine Form von Persönlichkeit und Charakter.

Diese Designobjekte, egal ob Möbel, Autos, Fahrräder, HiFi oder was auch immer, beschreiben den Menschen, der diese um sich hat oder bewundert. Zeitlose Ästhetik als Lebenssinn. Vorbilder. Manchmal sogar bis hin zu: göttlich.

Brandmanagemnet Branding Rebranding das einfache ist das besonders schwere

Das ist einfach, das kann ich auch! Mit diesem kleinen, leichtsinnigen und unüberlegten Gedanken fangen richtig große Probleme erst an. Der Respekt vor der hohen Kunst des Einfachen ist einer Überheblichkeit der unwissenden Dilettanten gewichen.

Nur weil etwas leicht aussieht, muss dem nicht so sein. Sondern das Gegenteil ist oft der Fall. Beobachtet man zum Beispiel ein Ballett, dann sehen diese fließenden, harmonischen und fliegenden Bewegungen so unglaublich leicht aus. So unbekümmert. Fast kindlich. Diese Form von Leichtigkeit in der Ausdruckskraft ist die wohl am schwersten zu erreichende. Ebenso verhält es sich mit sehr vielen Aspekten unseres Lebens. Ich höre Menschen vor Kunstwerken stehen und sagen: Das könnte ich auch. Ja, jetzt denkst du das, nachdem jemand den langen, beschwerlichen Weg gegangen ist. Um dort anzukommen und dem Kunstwerk diese magische, betörende und unglaubliche Leichtigkeit zu verleihen. 

Du kannst es vielleicht kopieren, aber sei dir sicher: Du wärst nie imstande gewesen, es auch zu können. Denn den Weg dorthin hättest du nie beschreiten können.

Piloten sitzen nur herum. Das macht ja der Autopilot. Das kollektive Geringwertschätzen von hochkomplexen Dingen, um sich selbst zu erhöhen, ist eine mir unerträgliche Zeiterscheinung. Ich denke, Wertschätzung und Respekt sind hier eher angebracht. Denn eins ist mal sicher: Allein an Spaghetti all’aglio e olio, so wie sie wirklich gedacht sind, werden die meisten scheitern. Diese auf den Punkt perfekt hinzubekommen, ist bei Weitem nicht nur Spaghetti mit Knoblauch. Und das nicht nur aus Glück einmal, sondern immer und immer wieder.

Die Wertschätzung und der Respekt vor der Kunst des Einfachen in allen Bereichen hätten ein echtes Comeback verdient. Das würde vieles erleichtern.

Christof Hintze ‎Brand Management Bohemian Rhapsody von Queen wie der glaube märkte versetzt

Bohemian Rhapsody von Queen ist der zentrale Song der Musikgeschichte. Und alle – außer der Band selbst – wollten diesen Song auf keinen Fall produzieren. Vor allem war er zu lang, mit über 12 Minuten. Alles an dem Song war anders, was ihn zu einem Problem machte.

Aber die Band hat sich, wie wir wissen, durchgesetzt und somit Musikgeschichte geschrieben. Dieser Song, diese Idee hat es geschafft. Aber wie viele geniale Ideen an ignoranten und dummen Einwänden gescheitert sind und scheitern werden, wissen wir nicht. Mein Gefühl sagt mir, es sind viele, sehr, sehr viele.

Bohemian Rhapsody zählt zu den einflussreichsten und wichtigsten Songs der Rockgeschichte. Er ist das iPhone der Rockgeschichte. Und er war und ist zudem ein gigantischer kommerzieller Erfolg. Obwohl alle Profis in den Musikverlagen vom Gegenteil absolut überzeugt waren. Dieser Song kann nur und wird fulminant scheitern.

Diese Situationen erlebt man in der Geschäftswelt täglich. Die einen sehen nur das Risiko und bewerten nur den möglichen Misserfolg. Für diese Menschen ist alles Neue und Andere eine existenzielle Bedrohung. Als ob es um Leben und Tod geht. Die Auslöschung von allem, was ist.

Alles andere können diese Menschen nicht sehen – oder wie in diesem Fall nicht hören. Streift man durch die größten Erfolgsgeschichten der Menschheit, trifft man in der überwiegenden Anzahl auf solche oder ähnliche Umstände.

Akio Moritas Idee vom Walkman fiel bei seinem Management ebenso durch. George Lucas’ sechsteiliger Star-Wars-Saga traute man gerade einmal missmutig drei Folgen zu. Wie viele andere Ideen, die die Welt, in der wir leben, verändert haben.

Was ein Muster zum Vorschein bringt: Dass die Pessimisten – die Menschen, die nur das Risiko sehen, die Gefahren und die Schwächen – oft hochbezahlte Manager und Entscheider sind. Die überall jeder Form von möglichem Erfolg im Wege stehen.

Somit verwundert es umso mehr, welcher Erfolg bei solchen Widerständen überhaupt noch möglich ist. Es scheint so, dass es immer wieder mal aus Versehen passiert, dass sich eine solche Idee ihren Weg bahnt – weil es einfach passiert.

Und dann hat der Erfolg viele Väter – unzählige.

Halle Berry die besondere Leistung hinter dem was man sieht Brandmanagement Branding Brand Marke Makenkommunikation Marketing

Die Dinge, die besonders leicht und einfach wirken, haben es in der Regel in sich. Endlose Überwindung. Viel Schweiß. Und noch mehr Arbeit. Wir bewundern das rein Äußerliche, aber sehen nicht, welche unglaubliche Leistung und hohen Investitionen dafür aufgebracht wurden. Darum begehen viele den Fehler zu glauben, es stecke nicht viel dahinter. Es seien die guten Gene. Glück. Der Zufall der Natur. Es würde einem einfach so zufliegen.

Schaut man aber genau hin, steckt gerade im Besonderen besonders viel von dem, was viele nicht bereit sind aufzubringen. Das wäre dann doch zu viel des Guten. Zu anstrengend.

Zu fordernd. So verhält es sich meist auch mit dem Marketing. Zum einen werden die bekannten, beliebten und begehrten Marken bewundert. Aber nur wenige sind dazu bereit, eine entsprechende Leistung dafür zu erbringen. Sie fangen nicht mal an. Dann doch lieber Rabatte. Oder noch mehr Produkte. Andere Vertriebswege. Oder einfach billiger produzieren und noch billiger verkaufen. Oder versuchen, den Käufer zu täuschen.

Dabei ist das der leichte Weg, der selten bis nie zu etwas führt, das einen Wert hat. Es sich leicht zu machen ist mehr ein Hail Mary – aber führt zu keiner Halle Berry.

Branding2026-05-07T15:05:24+02:00

Milestones

Kreativität ist erlernt es wird entdeckt gefördert angeboten gelebt

Es gibt rückblickend in meinem Leben kreative Momente, Begegnungen und Situationen, in denen ich „kreativ erwacht“ bin. Eine dieser ganz besonderen war: sechs Stunden Bruno Ganz als Hamlet in der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, 1982.

Was soll ich sagen? Rückblickend hat dieses Ereignis etwas in mir geebnet. Alles daran hat mich fasziniert. Sogar der Geruch des Theaters.

In Zeiten, in denen unter anderem Der weiße Hai, Star Wars, ABBA und Saturday Night Fever hoch im Kurs standen, war Kultur in dieser Form immer von Überwindung begleitet. Aber dieser Überwindung bin ich bis heute zutiefst dankbar.

Es war berauschend. Und wie gesagt, es hat bei mir zutiefst Eindruck hinterlassen. Dass man mit Kunst auf diesem Niveau Menschen zeitlebens so intensiv und unvergesslich in ihren Bann ziehen kann.

Kreativität ist kultur kunst vorbilder bewunderung kreativdirektor

In der Stiftung Ludwig hängt dieser Seerosenteich von Claude Monet. Die Ausstellung ist direkt neben der Domplatte in Köln. In meinen intensiven Zeiten als Skateboarder, so von 1980 bis 1985, nutzte ich meinen Schülerausweis, um umsonst in die Ausstellung zu gelangen. Dann bin ich immer schnurstracks nach oben zu diesem einen, besonderen Bild gegangen und habe mich auf die mit schwarzem Leder bezogene Bank direkt gegenüber gesetzt. Von da aus hatte man den besten Blick auf das Gemälde.

Dann habe ich das Bild ca. 30 Minuten lang betrachtet. Mal länger, mal kürzer. Ich bin förmlich darin versunken. Mit ihm verschmolzen. Anschließend bin ich dann wieder zurück auf die Domplatte zum Skaten. In meiner Erinnerung war ich immer allein im Museum.

Ich weiß nicht, wie oft ich das gemacht habe, aber sicher 30 bis 40 Mal. Und ich kann aus heutiger Sicht auch nicht erklären, warum. Aber immer wieder hat mich das Bild angezogen und nicht losgelassen. Eigentlich bis heute. Wenn ich irgendwo auf der Welt einen Seerosenteich von Monet sehe, ist es, als ob ich einen guten alten Freund treffe. Ich ertappe mich dabei, dass ich das Bild förmlich begrüße.

Auch das gehört zu meinen eindringlichen kreativen Momenten, in denen ich aufgewacht bin. Dass Kunst auf so vielen Ebenen so tief in uns vordringen kann, wurde mir da bewusst. Dass Kunst und Kreativität von unschätzbarem Wert und von großer Bedeutung ein Leben lang für mich sein würden, fand hier seinen Ursprung.

Kreativität ist die Begegnung mit Neuem Anderen und Unbekanntem Bewusst über Grenzen hinaus zu gehen

Shakespeare. *Wie es euch gefällt.* Premiere war am 20. September 1977 im CCC-Film-Studio Spandau-Haselhorst. Ich war 1978 da. Das Ensemble der Schaubühne durchbrach mit dieser Inszenierung alle Vorstellungen von Theater in mir. Alle Grenzen, die nach meiner Vorstellung galten, wurden einfach überschritten. Der Zuschauer – und zu diesen zählte auch ich – war plötzlich Teil der unglaublichen Aufführung.

Man saß nicht nur still und starr im Zuschauerraum, sondern gehörte in einem Moment zu den geladenen Gästen am Hof, dann begab man sich auf mystische Wanderung. Oder man fand sich versteckt und verborgen auf einem Klappstuhl im Wald wieder und beobachtete das Treiben 360 Grad um sich herum.

Die berühmte vierte Wand war durchlässig. Die imaginäre Wand, welche die Zuschauer von den Schauspielern trennt. Eine so ganzheitliche Inszenierung fesselte mich auf eine Weise, wie ich es so nie mehr empfunden habe.

Bis heute ist meine Erinnerung daran noch sehr lebendig. Ein Teil des Ganzen zu sein. Ein weiterer Augenblick, der mein kreatives Ich entfesselte. Über das Gewohnte hinaus zu gehen. Grenzen zu überschreiten. Und immer weiter.

Kreativität ist einen Weg zu finden einen Ausweg Umweg oder auf direktem Weg

Gegen 4:00 Uhr morgens weckte mich mein Vater. Und wir alle durften Ali gegen Foreman sehen – Rumble in the jungle. Ich war 10 Jahre alt. Und es war der 10. Oktober 1974. Rückblickend begreife ich, dass es um mehr als nur um einen Boxkampf ging. Es ging um Kultur. Nicht in Form von Kunst, sondern um jene Kultur, die eine Gesellschaft ausmacht. Es erschien meinem Vater wichtig, dass ich das erfahre. Ali steht für so viel. Für so viel mehr als Boxen. Ali ist der Beweis, dass es sich lohnt, eine Haltung gegen allen Widerstand zu vertreten.

Und er hat mit der Runde 8 Geschichte geschrieben. Alles sprach gegen ihn, aber er hatte einen Plan. Nur er. Und der ging auf. Ali ist für mich der Größte aller Zeiten. Weil zum Größten mehr zählt, als die Summe der Titel. Oder der Einnahmen. Oder der Statistiken. Der Größte ist man, weil man der Größte in wirklich wichtigen Lebenslagen war. Weil man kulturell für die Menschheit viel mehr erreicht hat. Ali hat das wie kein anderer. Und das hat mich bis heute unglaublich inspiriert. Er ist pure Inspiration.

Kreativität ist was die eigene Vorstellungskraft übersteigt wie die Mondlandung

Kreativität wird gespeist durch Ereignisse, welche die eigene Vorstellungskraft bei Weitem übersteigen. Die Mondlandung war und ist so ein Ereignis. Sie zeigt eindrucksvoll, dass das Undenkbare möglich ist. Dass einem das eigene Gehirn Grenzen setzt. Die Grenzen der Vorstellungskraft. Aber man kann diese überschreiten und einfach ignorieren. Man kann geistig hinter dem eigenen Horizont weiterreisen. Und entdeckt dort Neues, anderes und manchmal sogar Unvorstellbares.

Dass Unmögliches möglich werden kann, dafür steht in meiner kreativen Entwicklung die Mondlandung.

Diese hat die Menschheit kollektiv so in ihren Bann gezogen, dass ich diese Form von Grenzüberschreitung als wundervoll empfunden habe. Menschen überraschen. Neue Wege gehen. Nicht nur in bekannten Denkmustern verharren. Und sich immer wieder die eine Frage stellen: Warum eigentlich nicht?

Nur weil Menschen nicht auf eine Lösung oder eine Idee gekommen sind, heißt das nicht, dass es nicht genau das gibt. Dieses größte aller geistigen Abenteuer wurde zu meiner Sache.

Milestones2026-05-07T11:03:20+02:00

INTERIM MANAGER

Interim Manager Marketing & Communikation

Der Markt für Fachkräfte ist dünn gesät. Meine Wenigkeit darf ohne Umschweife wohl als solche bezeichnet werden. Wenn man dann auch noch Kreativität, Inspiration, Umsetzungskraft, Innovationsdynamik und Erfahrungsschatz will – geschweige denn konsistente und redundante Qualität bis ins Detail in der Umsetzung –, dann wird „dünn“ ganz hauchdünn.

Ein Konglomerat aus freien Mitarbeitern, Agenturen, Beratern, Coaches und Spezialisten ist nicht einfach zu handeln – ein Wespennest unterschiedlichster Interessen und Persönlichkeiten. Wer koordiniert das? Wer vertritt konsequent den Purpose, die Vision, die Mission? Geschweige denn die Strategie?

Wie schön wäre es dann – und wie hilfreich, wirksam und sinnvoll –, wenn man einen Generalisten auf Zeit hätte. Einen, der zum einen alle und alles zusammenbringt und den Übergang gestaltet. Bis die passende Besetzung gefunden ist.

Der vor Ort oder Hybrid, im Marketing, in der Kommunikation – ob online oder offline – im Sales und Produktmarketing, sowie als Kreativdirektor einsetzbar ist. Der Strategien entwickeln kann. Der konzipieren kann. Der texten kann. Und der all das auch realisieren kann. Der die Bälle nicht nur in der Luft hält, sondern sie auch beherrscht. Der für Laufruhe sorgt. Für Klarheit.

Und vor allem für Umsetzungsgeschwindigkeit. In den vergangenen Jahren habe ich diese Rolle gerne eingenommen – ob bei BMW Motorrad, bei Teufel oder bei Beyerdynamic. Ich liebe es, im Auge des Sturms zu stehen. Nichts motiviert mich mehr als der Satz: „Das bekommen Sie nicht hin.“ Und sich dann nicht aus der Ruhe bringen zu lassen – im Epizentrum von Wandel, Entwicklung, Evolution, Veränderung und Anpassung. Und alle zu begeistern und mitzunehmen.

Der kreative Dirigent, der das Marken-Ensemble zu einem Genuss macht. Der Architekt der Marke, der mit anpackt, wenn es sein muss. Der online wie offline denken kann. Der betriebswirtschaftlich versiert ist. Der Strategie entwickeln, begleiten und umsetzen kann – und sie vor allem versteht. Der dabei aber auch Chefkoch der Ideen ist, der immer noch leidenschaftlich am Herd der Konzeption steht. Und wenn es sein muss, auch seine Texter-Fähigkeiten mit einbringt.

Und dabei Mentor für Menschen im Unternehmen ist. Und auch im Coaching Menschen begleitet, berät und leitet. Die kreative Gesamtverantwortung mit enger und starker strategischer Denkrichtung in Unternehmen, für die Bereiche Marketing und Kommunikation – dafür bin ich zu haben. Ausgestattet mit einem unglaublichen Erfahrungsschatz an vielen Wirkungsstätten, in vielen Positionen, mit vielen Zuständigkeiten. Und einer sehr humanistischen und wertschätzenden Art, Menschen und Teams zu führen.

INTERIM MANAGER2026-04-09T18:24:42+02:00

AGENTUR

note ideen management GmbH
CEO / Gesellschafter / Creative Director
1993 – bis heute
Bernried am Starnberger See

Die Blue Notes bezeichnen genau die unsichtbaren Noten im Jazz, die gespielt werden, die aber auf keinem Notenblatt zu finden sind. Es sind genau die Töne, Harmonien und Akkorde, die aus der definierten Komposition etwas Einzigartiges und Unverwechselbares machen. Wie im Jazz so auch im Marketing, der Kommunikation und die damit verbundene Tätigkeit als Kreativ-Direktor. 

Es ist genau diese Improvisation, welche diese Musik zum Leben erweckt. Ich empfand das als eine ideale und passende Analogie zu der Art von Marketing- und Kommunikations-Beratung und -Umsetzung, wie ich diese bevorzuge. Nicht das Offensichtliche ständig neu und anders zu gestalten, sondern zwischen dem Offensichtlichen das zu entdecken, was aus einer gewöhnlichen Melodie, einem gewöhnlichen Marketing den Unterschied, etwas ganz Besonderes und Unverwechselbares macht.

Es verhält sich im Business wie in der Musik ähnlich, wer die Inspiration, die Intuition, die Improvisation und die Imagination nicht mitbringt, der kann nur das reproduzieren, was es schon gibt.

Die ständige Wiederholung wird nur endlos neu inszeniert. Aber es entsteht nichts Neues, Anderes und schon gar nichts Einzigartiges.

Wie man die Trompete von Miles Davis aus allen Epochen seiner Schaffenskraft, sofort heraushört, so sollte auch gutes Marketing funktionieren. 

Ich hingegen will immer das Neue, das Andere entdecken. Das, was noch keiner erkannt, gesehen oder gewagt hat. Für mich ist gutes Business vor allem das Einsetzen des eigenen Erfahrungsschatzes, verbunden mit der immer wiederkehrenden Lust, sich neu zu erfinden, sich erneut infrage zu stellen, allem immer wieder auf ein Neues zu begegnen.

Leistungsspektrum: Interim Manager im Bereich Marketing & Communication, Kreativ Direktor in Unternehmen und Agenturen, Beratung, Coach, Mentor, Konzeptioner, Brand Management, Branding und Re-Branding, Produkt-Launch und Re-Launch, Sales / Online-Sale, Texter, strategische, kreative Konzeption und Umsetzung, in und für fast alle Unternehmensbereiche.

AGENTUR2026-04-09T18:25:18+02:00

N4YK

N4YK. Nanny4yourkid: Hier dreht sich alles ums Familienglück.

Die Nanny-Agentur. Von der Geschäftsidee bis heute betreue und begleite ich das Unternehmen mit meinem strategischen und kreativen Input. Eine Idee, die bei null angefangen hat und nun seit über 15 Jahren erfolgreich ein kleines und feines Unternehmen mit mehreren Mitarbeiterinnen trägt.

Textlich war das eine besonders schöne Herausforderung, denn als Mann für Frauen zu schreiben – als schreibe man als Frau – hat seinen ganz besonderen Reiz. Es ging darum, der Geschäftsidee das Laufen beizubringen. Und es am Laufen zu halten. Denn was ich leisten konnte, ist, dass die entsprechenden Personen die Webseite finden können. Aber das ist nur ein Drittel der Miete. Dann muss ein so professioneller und diskreter Job gemacht werden, dass zum einen die Kunden wiederkommen und zum anderen die Kunden die Agentur gerne weiterempfehlen. Alles das ist aufgegangen.

Mein Input sind neben der Marke N4YK über die Jahre viele Hunderte von Content-Beiträgen, die viele Tausende SEO-relevante Keywords und Formulierungen für Suchmaschinen auffindbar machen.

Und das ganz ohne jemals auch nur 1 EUR für AdWords ausgegeben zu haben. Content war King und Content ist King. Aber die Ansprüche haben sich gewandelt.

All das, was wir uns erhofft haben, ist eingetreten. Es hat alle Erwartungen übertroffen. Und aus der Idee ist der deutsche Marktführer entstanden – die leading Nanny-Agentur, an der sich viele andere Agenturen ein gutes Beispiel genommen haben. Kopiert wird zum Glück bekanntlich nur das Gute, das macht uns auch ein Stück weit stolz.

Aber die Kultur, die Kontinuität, die Energie, die Konsequenz, der Ausdruck, die Kreativität, die Leichtigkeit, die Tonalität, die Intelligenz, der Stil, der Anspruch, die Ästhetik und die Analogien – all das kann man nicht kopieren. Dafür muss man vieles mitbringen und können. Somit sehen mittlerweile einige äußerlich ähnlich aus, aber die inneren Werte stellen noch immer ein Alleinstellungsmerkmal dar.

N4YK2026-04-09T18:25:45+02:00

BMW Motorrad

BMW Motorrad – Make life a ride.

Eigentlich hatten wir keine Chance und keine Möglichkeiten. Heiner Faust, der damalige neue Geschäftsführer von BMW Motorrad in Deutschland, erklärte mir nach sechs Monaten im Amt, dass es so viele Baustellen gebe und es unmöglich erscheine, das Blatt zu wenden. Zu diesem Zeitpunkt drehte sich eine elf Jahre andauernde Abwärtsspirale im deutschen Markt. Und alle schienen sich damit abgefunden zu haben. Er hatte das Gefühl, unweigerlich zu scheitern.

Und am Ende hatte er nur vier Jahre Zeit. Das war die durchschnittliche Verweildauer eines Managers in seiner Position. Was soll man in vier Jahren tun, wenn in dieser Zeit die Produkte dieselben blieben? Die Preise. Die Händler. Und auch die Entwicklung. Es fühlte sich an, als ob man in den Bus steigt, vier Stationen mitfährt und dann wieder aussteigt.

So kamen wir auf die Idee: Wenn der Motorrad-Händler morgens nur 10 % motivierter, zuversichtlicher und überzeugter seinen Laden öffnet – was für einen Impact würde das wohl auf den Umsatz haben? Denn das war das Einzige, was wir kurzfristig ändern konnten. Das Verhältnis zum Handel war stark belastet. Deshalb war das unser erster Schachzug. Wir begaben uns auf die „We will rock you“-Tour zu den Motorrad-Händlern. Mit den Motorrädern fuhren wir über 5.000 km quer durch Deutschland und besuchten – in Gruppen von 10 bis 15 Händlern – alle Händler.

Wir hatten nichts dabei. Keine PowerPoint, kein Excel. Unsere Idee war es, dass auf dieser Deutschland-Tournee eine Deutschland-Strategie entstehen würde. Man muss nur denen zuhören, die da stehen, wo der Markt sich entscheidet. Und genau so kam es. Mit jedem Termin wurden wir schlauer.

Und wir erkannten ein zentrales Problem: Der Grund, Motorrad zu fahren, war abhandengekommen. Zu gefährlich. Zu aufwendig. Zu warm. Zu teuer. Das wichtige Primärbedürfnis, das einen Kaufgrund liefert, war verloren gegangen. Motorradfahren galt einmal als bewusst gefährlich. Es war ein Zeichen dafür, dass man sich nicht zum Establishment zählte. Es war politisch unkorrekt. Mit dem Film *Easy Rider* war der Grund, warum man Motorrad fährt, auf Zelluloid gebrannt.

Die ganze Idee des Motorradfahrens beruhte auf dem Gedanken: „Fuck you.“ Und nun war das Motorrad in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es war akzeptiert. Nichts mehr daran war rebellisch. Es war eher eine Idee aus einer alten Zeit. Die Gründe waren abhandengekommen. Somit stiegen viele um – auf ein Cabrio oder eine Variante mit möglichst viel Hubraum.

Der „Che-Guevara-Grund“ war nicht mehr da. Ältere, untersetzte, heimlich Rockmusik hörende, in der Midlife-Crisis steckende, eher betuchte Herren fuhren noch Motorrad. Somit war meine Aufgabe definiert: Ich musste ein neues Primärbedürfnis entdecken, das die wichtigsten Fragen nach dem „Why“ beantwortet. Sonst würden wir die Abwärtsspirale nicht aufhalten können.

Und nach dem zehnten Händler-Treffen stand sie plötzlich da – die Idee, die alles verändern würde. Sie lag förmlich auf der Straße. Man musste sie nur sehen. Sie stand die ganze Zeit direkt vor uns. Und dann habe ich sie gesehen: *Let’s ride together.* Zusammen Motorrad fahren. Weg vom „Lonesome Rider“-Image, hin zur Community. Gemeinsam fahren.

Mit Freunden, Bekannten, mit anderen Motorradfahrern. Eine Gemeinschaftsaktion daraus machen. Die Leute fahren zusammen Ski, Fahrrad, sie joggen und wandern gemeinsam – immer mehr Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, sie zusammen zu tun. Warum also nicht auch Motorradfahren? So entwickelten wir – neben der Deutschland-Strategie – mit den Händlern zusammen das neue Primärbedürfnis. Sogar eine Online-Plattform entstand: LERITO. Aber leider gab es zu wenig Budget und zu wenig Support. Eine Idee, die ihrer Zeit weit voraus war. Aber um diese Idee entstand genau diese „Together-Community“, die alle mitriss – die Händler, die Mitarbeiter, die Kunden. Und siehe da: Nach nur zwei Jahren Umsetzung der Deutschland-Strategie kam der negative Trend zum Stillstand und drehte sich in einen positiven Trend um. Jahre des Wachstums folgten.

Was verrückt an dieser Erfolgsgeschichte ist, war eine Erfahrung, eine Erkenntnis, die ich machen konnte: Für die Mitarbeiter bedeutet Erfolg mehr Arbeit, mehr Verantwortung, mehr von allem. Wir dachten, die flippen aus – nach elf Jahren Niedergang einem solchen Aufstieg beizuwohnen. Aber so war es leider nicht. Ich, besonders, war anstrengend, machte Arbeit und war süchtig nach Erfolg. Aber die meisten Leute dachten: Geh mir nicht auf den Sack. Das war eine wichtige Erfahrung für mich.

Meine Ziele sind nicht die Ziele anderer. Meine Bedürfnisse sind nicht dieselben. Ich dachte bis dahin immer, dass Erfolg „geil“ sei. Aber ich musste erkennen, dass es andere Blickwinkel gibt. Und so habe ich es immer wieder angetroffen: Die einen wollen Erfolg, viele wollen einen ruhigen Job. Und dazwischen gibt es ein paar, die auch den Erfolg suchen. Es gibt viele, die wollen pünktlich zu Hause sein. Und das muss man akzeptieren und respektieren. Nicht alle identifizieren sich mit Erfolg. Mit der Arbeit. Und mit dem, was da dranhängt. Die meisten wollen zwar auch Erfolg – aber ohne Überwindung und ohne Anstrengung.

Aber das Positivste zum Schluss: Jahre später lud mich Heiner zu einem BMW-Motorrad-Händlertreffen in Berlin ein. Er, als weltweiter Motorrad-Chef, war eingeladen (aus vier Jahren wurden übrigens acht). Ich war zu der Zeit in Berlin bei Teufel tätig, erklärte mich aber gerne bereit zu kommen. Den einen oder anderen würde man eventuell wieder treffen. So traten wir ein – in ein BMW-Autohaus am Ku’damm – und alle BMW-Motorrad-Händler aus Deutschland waren da. Jahre später. Und erwachsene Männer mit Tränen in den Augen lagen sich in den Armen. Ich kann mich nicht erinnern, bis dahin so viel Wertschätzung bekommen zu haben für das, was wir geleistet haben. Es war fantastisch. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Die Händler sagten uns: Das war in all den Jahren die geilste Zeit ever. Und es war vorbei, als wir uns verabschiedeten. Und in der Erinnerung der Händler war es die beste Zeit als BMW-Motorrad-Händler. Heiner und ich waren echt bewegt und gerührt. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Es gäbe noch viel zu erzählen – von Streichhölzern, einer Bewegung namens „Move“ und vielen Neuerungen, Veränderungen und Anpassungen – aber das würde den Rahmen hier sprengen. Und vom Umfang her eher ein Buch werden.

Fasst man alles zusammen, kann man sagen: Es gibt immer einen Weg. Wenn die Richtigen mitgehen.

BMW Motorrad2026-04-09T19:00:11+02:00

TEUFEL

General Manager Marketing Communication Berlin Acoustics Group
Lautsprecher Teufel GmbH & Raumfeld GmbH
Juni 2012 – Juni 2017
Bikini Berlin

Wie soll man diese 5 fantastischen, atemberaubenden und wunderbaren Jahre in Berlin in wenigen Sätzen zusammenfassen? Am Ende haben wir es geschafft, den »Hidden Champion« aus der Lautsprecher-Selbstbauecke zur größten deutschen Lautsprechermarke zu machen. Mit wirklich allem, was dazugehört.

Was für eine rasante Rallye war das! So haben wir den Umsatz innerhalb von nur 4 Jahren von 50 Millionen auf über 100 Millionen geschraubt. Die Marke wurde zeitgemäß online und offline in Szene gesetzt. Emotionales Marketing, wohin man schaute, wurde etabliert. Rationale Strukturen geschaffen.

Der Webshop wurde durch ein dezidiertes, vielseitiges Impulsmarketing von Rekordjahr zu Rekordjahr gepusht. Als kreativer Ideengeber durfte ich in alle Bereiche wirken – sogar das Produkt, unteranderem den Rockster, durfte ich ins Leben rufen. Der eines der erfolgreichsten Produkte von Teufel ist und eine neue Kategorie etabliert hat. Sehr gerne erinnere ich mich auch an die Black Fridays, die uns in ungeahnte Umsatzgrößen katapultierten. Aber am liebsten erinnere ich mich an das Team, die Menschen, mit denen das alles möglich war. Ich kann mich nur bedanken für das unglaubliche Vertrauen und die ebenso unglaubliche Unterstützung.

Teufel wurde mit „Typisch Teufel“ und einer dazu passenden CI neu auf die Beine gestellt: Bold. Das typische, markante und laute der Marke wurde in allen Details sichtbar. Von der CI bis Kampagne. Vom Messeauftritt bis zur Promotion im Thundertruck. Sogar das neue Büro an der Budapester im Bikini Berlin spiegelte die Wert der Marke wieder bis in den Flag-Ship Store. Alles war Teufel.

Parallel dazu, wurde eine Streaming Marke – Raumfeld aufgebaut: Be free. Diese war deutlich mehr Design orientiert und richtet sich an eine Zielgruppe, die sich mehr ästhetische Maßstäbe erfüllen wollte. Das Multiroom-Sytem spiegelte ebenfalls von A-Z die Werte einer anspruchsvollen, Innovativen Streaming-Marke wieder.

Ideen machen bekanntlich viel Arbeit. Und ich habe allen sehr viel Arbeit gemacht. Denn wir haben wirklich jeden Stein umgedreht. Rückblickend hat es sich aber mehr als gelohnt. Noch heute begegne ich der Marke, Menschen und Produkten an den verschiedensten Stellen und Momenten, und es sind immer durchweg positive Begegnungen. Es erfüllt mich bis heute mit großem Stolz, Teil dieser grandiosen Geschichte gewesen zu sein.

TEUFEL2026-04-09T19:00:58+02:00

BEYERDYNAMIC

Creative Director
beyerdynamic GmbH
Juli 2017 – Juni 2023
Heilbronn

In den sechs Jahren bei beyerdynamic in Heilbronn durfte ich als Interim Manager die Bereiche Marketing, Kommunikation und Sales mit meiner Kreativität unterstützen. Betriebswirtschaftlich haben wir das Unternehmen von 40 Mio. Jahresumsatz in 4 Jahren auf über 100 Mio. Umsatz katapultiert.

Im Zentrum stand der Marken-Relaunch, der Aufbau eines Webshops sowie das dazugehörige Online-Marketing. Im Zuge dessen waren natürlich auch alle anderen Bereiche Teil des Relaunchs. Ziel war es, die Marke „beyerdynamic“ im Lebensumfeld der idealen Kernzielgruppe zu positionieren. Dafür musste die Marke deutlich verjüngt werden – ursprünglich wirkte sie wie für 55+, gut aufgehoben war sie aber bei 30-Jährigen. Um das zu erreichen, wurde eine komplexe Markenarchitektur entwickelt und umgesetzt. Grundlage war ein klar definierter Purpose und dessen inhaltliche Ausformulierung. Die Umsetzung umfasste die Neugestaltung des Logos sowie die Entwicklung eines Signets. Zudem wurde eine komplett neue Corporate Identity (CI) und ein konsistentes Corporate Design (CD) entwickelt. Eingerahmt wurde alles durch den neuen Claim: Create the amazing. Die Implementierung der neuen Markenstrategie erfolgte umfassend – nach innen wie nach außen.

Das strategische Hauptaugenmerk lag auf dem Direktvertrieb über den Online-Kanal. Innerhalb von nur vier Jahren entwickelte sich dieser vom Nischendasein zum zweitstärksten Vertriebskanal. Besonders hier sorgten die Idee des Impulsmarketings und die konsequent geführten Kampagnen für stetige Rekorde. Auch alle anderen Vertriebskanäle profitierten von der positiven Markenentwicklung.

Die Kernkompetenz – der „PRO“ im Bereich Audio – wurde klar in alle Unternehmensbereiche und Kommunikationskanäle kommuniziert und übertragen. Die Devise: Alles muss nach Musik klingen. Im Laufe der sechs Jahre begleiteten mich zahlreiche Produkt-Launches und Re-Launches. Dafür mussten Produktnamen entwickelt, Produktwelten kreiert und entsprechende Kampagnen aufgesetzt werden.

Weltweit spiegelten Messeauftritte die neue Markenwelt eindrucksvoll wider – bis hin zum Sommerfest „Tomorrowländle“ und zahlreichen Sponsoring-Aktivitäten, die konsequent die Markenidentität transportierten. Mit wachsender Verantwortung kamen auch Coaching- und Mentoring-Aufgaben hinzu – die Entwicklung von Mitarbeitenden ist für mich ein besonders schöner Aspekt dieser Zeit.

Das kontinuierliche Weiterentwickeln, Pflegen und Integrieren der neuen Markenkommunikation – bis ins kleinste Detail wie auch im großen Ganzen – war mein Daily Business. Zahlreiche kreative Online-Kampagnen, u. a. zu Black Friday oder auf den Social-Media-Kanälen, kamen hinzu. Rückblickend aber war das Herzstück meiner Tätigkeit und die Erfüllung einer Vision: das Online-Marketing. Hier wurde der Erfolg der Gesamtstrategie am sichtbarsten. So würde ich mein Engagement bei beyerdynamic als eines meiner kreativsten, umfangreichsten, komplexesten und intensivsten beschreiben. Oder kurz gesagt: Create the amazing.

BEYERDYNAMIC2026-04-09T19:02:15+02:00
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