Christof Hintze Entdeckungen Thinking Partner über das nicht sehen und nicht erkennen können

Zusammenhänge erkennen können. Reaktionen, Verbindungen, Folgen … erkennen. Was so einfach klingt, bleibt vielen verborgen. Sich die Kette von Abfolgen vorstellen zu können. Wenn A, dann B, dann C … Ganze Prozesse zu überblicken. Erkennen, wie es weitergeht, wie es ausgeht. Erkennen heißt, etwas zu sehen, was noch nicht sichtbar ist, bevor es offensichtlich wird. Viele sehen nur das, was das Auge sieht. Nicht, was die Gedanken und die Intuition erkennen können. Eine Situation lesen zu können. Ein Verhalten. Vorausschauen können. Komplexität erkennen.

Darum unterscheide ich auch so sehr zwischen Erfahrung und Erkenntnis. Man kann unendlich viele Erfahrungen machen, ohne an Erkenntnissen zu gewinnen. Erfahrung heißt einfach die Summe der Erlebnisse auf einer Zeitachse. Ob man diese in Erkenntnisse umwandeln konnte, darf man meist bezweifeln.

Wie oft passieren Dinge und man denkt sich, bei Sicht der Fakten und der Situation war das doch absehbar. Aber viele Menschen können diese Zusammenhänge und Verbindungen nicht sehen. Sie drücken einen Knopf und schauen, was passiert. Sie drücken nicht den Knopf und wissen, was passiert. Dieses Verhalten passiert ständig und überall. Einfach mal drücken.

Im Business ist mir das sehr oft passiert. Dass man zu Überlegungen und Ideen kam, die, wenn man sie weiterdachte, das Ziel, wenn man Glück hatte, nicht nur verfehlen, sondern oft auch noch schädlich bis gefährlich waren. Aber das hat keinen interessiert. Und man selbst wollte auch nicht als Bremse dastehen. Oder als Bedenkenträger.

Deshalb verstehe ich auch so sehr Klimaaktivisten. Denn wenn man erkennt, wohin das führt, muss man einfach reagieren. Die Konsequenz eines Handelns nicht zu sehen, kann Menschen wirklich verrückt machen.

Abstrakte, nicht mit den Augen sichtbare Aspekte zu erkennen, ist zum einen ein großer Vorteil, weil man ein zu erwartendes Ergebnis vorhersehen kann. 

Aber es ist in einem Umfeld von Menschen, die von sich selbst sehr überzeugt sind und denken, wenn die Idee von mir oder von oben kommt, muss sie gut sein, oder Ideen gar nicht bewerten, sehr schwer. Man ist der Erkennende unter Blinden.

Schon in der Schule fiel mir mit zunehmenden Schuljahren der Unterricht immer leichter. Je komplexer der Lehrstoff war, desto logischer erschien mir dieser. Ich erinnere mich noch genau, wie klar mir Mathematik und Biologie in der Oberstufe erschienen. Später erging es mir so im Business. Komplexe Präsentationen und Strategien waren mir sehr schnell klar und schlüssig. Komplexität interessiert mein Gehirn deutlich mehr.

Ich dachte immer, bis zur Oberstufe, ich wäre eigentlich mehr ein mittelmäßiger bis schlechter Schüler. Zudem war ich auch schon einmal sitzen geblieben. Es hat lange gedauert, bis ich erkannt habe, mich hat das Simple einfach gelangweilt und deshalb war ich nicht konzentriert und bin dem nicht gefolgt. Meine Aufmerksamkeitsschwelle steigt, je komplexer die Aufgabe.

Aber als mein Interesse geweckt wurde durch steigende und hohe Komplexität, da war ich sehr engagiert und voll bei der Sache. Und das setzt sich in meinem Leben, vor allem im beruflichen Leben, fort. Die Menschen sehen Dinge, aber sie erkennen die Zusammenhänge nicht. Und sie sind auch nicht daran interessiert. Deshalb war Zusammenarbeit immer besonders fruchtbar, wenn diese Fähigkeit konstruktiv und kreativ genutzt und gefordert wurde.

Zurzeit hat diese Art des Erkennens keine Konjunktur. Dafür gibt es diese vielen einfachen Ideen und Lösungen. Und die KI. Und man hat auch immer jemanden, der schuld ist, wenn es nicht funktioniert. Die Menschen haben mehr Qualitäten, Ausreden zu erfinden und Schuldige auszumachen, als in wirklichen Lösungen zu denken. Aber auch das ist nur ein Zyklus, der geht vorbei. Wie Boygroups oder Bands mit E-Gitarren. Oder Horrorfilme. Oder enge Jeans. Weiße Turnschuhe. Oder Pernod-Cola. Zum Glück ist es ein ständiges Kommen und Gehen.

Daraus nährt sich meine große Zuversicht.

Entdeckungen über Zukunft und Gegenwart über den Wandel die Veränderung die Erneuerung

Es geht immer weiter. Sogar wenn Entwicklungen negativ oder rückwärts verlaufen, ist es eine Bewegung voran. Wie die Zeit immer weiter voranschreitet. Sogar wenn sie emotional stillzustehen scheint, läuft sie weiter.

Somit ist das übermäßige Festhalten an der Vergangenheit zum überwiegenden Teil das Ablehnen von Zukunft. Das ist wie ein Bücherregal nur mit Büchern, die ich bereits gelesen habe. Es ist unmöglich, darin neue Bücher zu entdecken. Die Summe unserer Gedanken bewegt sich immer auch in einer Zeit. Wenn diese nur hinter uns liegt, haben wir kaum oder keine Gedanken, die in die Zukunft gerichtet sind.

Der Zukunft mit offenen Armen begegnen. Mit großer Neugierde. Wie der Tag vor Heiligabend als Kind. Die große Lust auf das Erleben. Das Entdecken. Dem Begegnen. Alles das schwindet mit dem rigorosen Festhalten an der Vergangenheit.

Die Zukunft ist keine Gefahr und kein Risiko. Sie ist die kostbare Zeit, die vor uns liegt. Dass Zukunft für viele eine Bedrohung darstellt, sagt viel über Denkmuster aus. Das Wort Zukunftsangst gibt es. Das Wort Vergangenheitsangst nicht. Das Unbekannte der Zukunft pauschal als Bedrohung zu empfinden, kann nicht konstruktiv sein.

Zukunft wird oft mit Untergangsszenarien gleichgesetzt. Zukunft als eine einzige große Bedrohungslage zu sehen, ist für die Gestaltung von Zukunft sehr destruktiv. Was ist überhaupt die Zukunft? Eine Zukunft? Meine Zukunft?

 Ich finde es verstörend und eine Form von Verbitterung, dass viele der Zukunft nichts mehr zutrauen. Eine Apokalypse reiht sich an die andere. Untergang, soweit das Auge reicht. Dabei geht die Reise aller in die Zukunft. Niemand kommt zurück in die Vergangenheit.

Dieser verklärte Blick in die Vergangenheit. Dieses Ausblenden von allem, was die Vergangenheit uns schmerzhaft gelehrt hat. Die Zukunft schlecht machen, um die eigene Vergangenheit zu erhöhen? Wir damals! Die Vergangenheit idealisieren, weil man ein Teil dieser war, und die Zukunft relativieren, weil man nicht weiß, ob man noch ein Teil davon ist?

Ein für mich schlauer Mensch erklärte einmal: Zukunft ist fortwährende Erwartungshaltung. Vergangenheit ist Bewertung. Beides hält uns davon ab, in der Gegenwart zu leben. Es sind wie zwei Wolken am Himmel, die sich rechts und links vor die Sonne der Gegenwart schieben und das Licht derselben verdunkeln.

Denn wenn man es physikalisch betrachtet, gibt es realistisch gesehen nur den Augenblick der Gegenwart, den man real erlebt. Das „Jetzt“. Eine Sekunde vorbei beginnt schon die Vergangenheit, und es ist Erinnerung. Eine Sekunde vor der Gegenwart liegt die Zukunft, und es ist Erwartung. Menschen, die sich in Gedanken entweder viel in der Vergangenheit bewegen oder viel in der Zukunft, denen entgeht die kostbarste Zeit: die der Gegenwart.

Und die Gegenwart ist der einzige Augenblick, in dem man alles machen kann. Alles. Sogar nichts. Wie jetzt diese Zeilen lesen.

Christof Hintze Entdeckungen Der wichtige Faktor Mensch im Arbeitsleben und der Arbeitswelt

Wenn man an vielen Orten gelebt hat und für viele Unternehmen tätig war, dann erkennt man im Laufe der Zeit, dass das, was wirklich wichtig ist, war und bleibt: die Begegnungen, Bekanntschaften und Freundschaften. Die wundervolle, kurze Zeit, in der man miteinander geglaubt hat, gehofft hat, gefeiert hat, erzielt hat, danebenlag, sich verändert hat und Dinge gemeinsam gemacht hat.

Unternehmen sind nur Gebäude. Marken sind nur Annahmen. Produkte kommen und gehen. Aber dieses vertraute, intensive Miteinander ist das, was in der Erinnerung bleibt. Es ist auch das Einzige von wirklichem Wert. Alles ist so unglaublich vergänglich. Egal, wie sehr man daran festhält. Schade, dass man das damals nicht wusste. Dann hätte man das mehr zu würdigen gewusst. Man hätte viel mehr Anerkennung und Bewunderung ausdrücken können.

Aber wir sind fast blind von Erfolg zu Erfolg gehetzt. Wir haben gerettet und geschafft. Wir haben geträumt und gelitten.

Wenn ich zurückdenke, fallen mir die so unglaublich wichtigen Zahlen nicht mehr ein, die damals so unglaublich wichtig erschienen. Diese ganzen rationalen Maßstäbe, die es galt zu erreichen und zu übertreffen, sind vergessen.

Was bleibt, sind diese wundervollen Menschen. Die ich begleiten durfte und die mich begleitet haben. Die mir so viel beigebracht haben und denen ich etwas beibringen durfte. Heute weiß ich das zu schätzen. Heute sehe ich Menschen anders. Heute sehe ich die Hoffnung, die Verzweiflung, die Zuversicht und die Befürchtung viel mehr in den Gesichtern.

Heute mache ich das, was ich tue, für diese Menschen – nicht für Gebäude, die nicht einmal Danke sagen können.Der Faktor Mensch nimmt an Stellenwert stetig zu. Man begreift, wie sehr man auf Menschen angewiesen ist. Wie hilflos man ohne sie ist. Danke.

Rabatte streichpreise angebote marketing sales verkaufen der Wert der Marke ist unezahlbar

Die Herausforderung am Internet ist, dass alles 24 Stunden verfügbar ist. Somit braucht es meistens einen Impuls, der den Interessenten zum Käufer macht. Sonst war es nur ein weiterer Besucher. Der eventuell woanders gekauft hat.

Und der wirkungsvollste Impuls von allen – wenn man keine der wenigen begehrten Marken ist oder nicht wirklich einzigartige, notwendige, neuartige und innovative Produkte hat, wenn man also im großen Ozean der Angebote treibt – dann kommen eigentlich fast alle auf dieselbe Idee: Rabatte.

Hätte man eigentlich nicht für studieren müssen. Aber was soll’s? Denn die funktionieren am besten. Das eigene Produkt, die eigene Dienstleistung einfach billiger anbieten. Und somit den Interessenten zum Käufer machen. Und das Billiger auch grafisch und inhaltlich richtig in Szene setzen. Was billiger ist, muss auch billiger wirken. Und wenn man noch mehr will, dann einfach immer billiger. So einfach geht das. Machen alle. Funktioniert.

Ein kleiner Hinweis am Rande: Diese weit verbreitete Anwendung hat aber ein paar Nebenwirkungen. Wie alles, was wirklich lecker ist im Leben. Würde das Unternehmen zur Vorsorgeuntersuchung gehen, würden die Geldwerte des Unternehmens das sichtbar machen. Man könnte genau sehen, welche Organe davon betroffen sind.

Rabatte wirken wie Zucker auf den Körper. Ist lecker, aber ungemein schädlich für den gesamten Organismus. Da aber kein CEO für die Lebensdauer des Unternehmens seinen Bonus bekommt oder Prämien für den Gesundheitszustand des Unternehmens erhält, ist dieser Zucker legitimiert. Alternativlos, hört man da oft.

Die eigentliche Frage hört man selten: Warum können andere ohne Rabatte nicht nur überleben, sondern leben deutlich besser? Warum können wir das nicht? Gute Frage.

Gute Werbung erkennt man immer an ihrer positiven Wirkung auf Menschen

Das ist kein Phänomen, das man nicht erklären kann. Gute Werbung ist gut gemacht. Wie so vieles, was durch seine Qualität besticht. Die Zutaten zu guter Werbung sind immer dieselben geblieben. Die Medien haben sich verändert. Die Kommunikation hat sich gewandelt. Der Konsument ist ein anderer. Aber das, was emotional Wirkung hinterlässt, bleibt gleich. Ob heute in 5 Sekunden oder früher in 60 Sekunden. Ob früher in einer Anzeige oder heute in einem Post.

Es geht immer darum, Menschen emotional zu erreichen. Mit Gefühlen und Emotionen. Um ins Bewusstsein durchzudringen und dort einen festen Platz einzunehmen. Je mehr eine Marke, eine Dienstleistung, ein Produkt emotional an der Zielgruppe andockt, je mehr Übereinstimmungen es gibt, je mehr dieselben Werte vertreten werden, desto erfolgreicher ist Werbung. So, dass sie unvergesslich wird: It’s not a trick. It’s a story.