
Ganz ehrlich, der Converse Chuck ist wohl der schlechteste Schuh, der je gemacht wurde. Zum einen stinken die Füße darin brutal wie Otter-Mist. Und das Fußbett ist der Alptraum für jeden Orthopäden. Dann ist die Lebensdauer nicht länger als ein Sommer. Sie sind irgendwie immer dreckig.
In Zeiten, in denen sich Schuhe an den Fuß anschmiegen, atmungsaktiv sind, wasserabweisend, ein Fußbett haben, das sich anfühlt, als laufe man auf Wolken, abwaschbar und unkaputtbar sind – wie kann so ein Ding noch immer zu den meistverkauften Sneakern gehören?
Am wertvollsten sind mir immer die Menschen gewesen. Zu beobachten, wie diese erfüllt und versunken an ihren Projekten arbeiten. Gesehen und gehört werden. Diese Gesichter voller Energie. Diese Glückseligkeit, wenn der Einzelne oder die Gruppe es geschafft hat.
Da erfinden sich jede Saison Spezialisten neu. Fluten die Märkte mit Schuhen, die eine Revolution nach der anderen begründen. Und trotzdem hält sich dieser Schlappen hartnäckig. Wie kann das sein? Wenn nur Innovationen das Rennen machen? Wenn man immer am Puls der Zeit sein muss? Wenn man Vorreiter für jeden Trend sein muss? Nach allen Gesetzmäßigkeiten dessen, was jedes Jahr die Regale flutet, kann das nicht sein. Aber es ist. Sie werden gekauft, geliebt, geputzt, gelüftet und getragen. Was haben die, was alle anderen nicht haben? Und was offensichtlich nichts mit dem Produkt selbst zu tun hat? Was könnte das sein? Was? Ich weiß es.

Wie oft habe ich in Meetings gesessen, in denen fälschlicherweise angenommen wurde, dass man in einem sehr großen Markt mit einem eigenen Produkt – durch den Gewinn von nur ganz wenig Marktanteilen – unglaublich erfolgreich sein könnte. Der Irrglaube, dass allein die Gegenwart genügen würde. Und dann gehen endlos viele Ressourcen verloren für ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt ist. Die Versuchung ist einfach zu groß. Ich denke, das ist wie Lotto spielen.
Und auf der anderen Seite gibt es Unmengen von unglaublich erfolgreichen Produkten, die nur für eine sehr kleine Zielgruppe gedacht waren – die man heute als absolute Benchmark bezeichnet. Viele Massenprodukte zielen eigentlich auf eine sehr kleine Zielgruppe ab, erreichen dann aber ein unglaublich großes Publikum. Wie kommt das?
Das hat etwas mit dem Primärbedürfnis zu tun. Und den emotionalen Werten, die man mit dem Produkt verbindet. Es sind nie die rationalen Aspekte, die das Produkt dahin gebracht haben, sondern das, was es emotional bei Menschen auslöst. Diese Aspekte finden selbst nie oder nur selten Einzug in die Überlegungen zu neuen Produkten.
In den wenigen Fällen, in denen ich meinen Einfluss geltend machen durfte, haben diese Produkte absolut überdurchschnittlich abgeliefert. Komisch, dass man nie mehr davon verlangt hat? Aber auf der anderen Seite auch verständlich. Unternehmerisch ist das Risiko, erfolgreich zu sein, viel größer als das, weiteren Misserfolg zu produzieren. Dann doch lieber Lotterie.
Sollten Sie einmal Erfolg riskieren wollen – ich stehe zur Verfügung.