2. Was würde ich heute anders machen, wenn Sie noch einmal 25 wäre?
Ich wäre gerne deutlich früher erwachsen gewesen. Was für mich bedeutet, die ganze Verantwortung für meine Handlungen und Entscheidungen zu übernehmen. Diese Entwicklung ist erst mit 40 Jahren vollumfänglich eingetreten.
Bis dahin war ich sehr egozentrisch, cholerisch, egoistisch und gierig. Wenn etwas gut lief, dann war ich es. Wenn etwas schlecht lief, dann gab es gute Gründe. Diese naive und dümmliche, sehr männliche Haltung, sich so viel vom Buffet des Lebens zu nehmen, wie nur möglich. Und sich der Konsequenzen nicht bewusst zu sein.
Seinen eigenen Vorteil über alles zu stellen. Und andere Menschen nur danach zu bewerten, welchen Nutzen sie für mich haben.
All das und noch einiges mehr hätte ich gerne schon mit 25 Jahren mit den Augen gesehen, mit denen ich es ab 40 gesehen habe. Diese Rücksichtslosigkeit für den eigenen Vorteil hätte es oft in der Form nicht gebraucht.
Das „Wir“ dem „Ich“ überzuordnen, hätte sicherlich deutlich mehr Vorteile gehabt. Dieses ständige Bewerten und Erwarten wäre ich gerne schon mit Anfang 20 losgeworden. Meine gelernten Rollenbilder hätte ich gerne früher über Bord geworfen.
Und dass es nicht darum geht, was man sagt, sondern was man tut. Dass mein Handeln viel mehr Einfluss hat als ständige Bekenntnisse, Argumente und Erklärungen.
Dieses „nur so tun als ob“ hat rückblickend keinen Sinn ergeben. Sich selbst größer zu machen, indem man andere kleiner macht – das würde ich auch gerne komplett lassen.
Anderen mehr Wertschätzung entgegenbringen. Mehr Danke sagen. Und Entschuldigung. Sich Fehler besser eingestehen können.