Der Blick in die Kunst ist immer nützlich. Denn um so mehr Blickwinkel man vom selben Thema eingenommen hat, um so wahrscheinlicher ist, dass man so etwas wie Überblick erreicht. Die Wahrheiten ändern sich fast mit jedem neuen Einblick in ein Thema. Weil die Wirklichkeit aus einem anderen Blickwinkel eben anders aussieht. Das ist so.
In einem Fußballstadion schreien 40.000: Hand. 40.000 Andere winken ab und sagen, das war doch nichts, das war angespielt. Und Einer auf dem Platz zeigt, dass es gar keine Hand war, sondern die Brust. Was ist also Wahrheit und was ist Wirklichkeit. Eine Frage des Blickwinkels auf ein und die selbe Sache.
Somit heißt lernen nichts anderes, als neue Blickwinkel zu gewinnen. Deshalb kann lernen auch nicht aufhören, sondern geht bis zum letzten Atemzug. Denn auch der birgt einen Blickwinkel in sich.
Die Kunst ist eine Art Konzentrat einer Zeit. Sie zeigt uns die Welt, wie sie ist, genau zu diesem Zeitpunkt. Modern. traditionell, gewagt, provokativ, beständig usw. Somit kann alte Kunst immer wieder zeitgemäß sein. Und moderne völlig überholt.
Amor & Psyche heißt dieses Kunstwerk. Die Statue. Ein Blickwinkel auf ein zentrales Thema, der mich überrascht hat. Wenn man bedenkt, wie alt das Kunstwerk ist. Wie die Liebe unser Bewußtsein steuert, verändert, verwirrt, irritiert und zu Dingen fähig und bereit macht, die wir ohne Liebe nicht in Betracht gezogen hätten.
Dieser Blickwinkel ist ein weiteres Bild, ein buntes Steinchen im großen Mosaik des eigenen Bewußtseins. Es verrät etwas über uns. Und es sagt etwas über uns. Dass Liebe wirklich verrückt macht. Also eigentlich logisches bewußtes Handeln außer Kraft setzt. Diese Erkenntnis stützt auch meine Ansicht von Marken und Markenführung. Von Intuition. Von Wirkung. Von Bindung. Ein Marke soll wie ein Freund sein. Liebe also. Und der Weg dorthin geht nur über die Emotion.